Verlegerichtlinien für HT-Rohre und Formteile
aus PPS
Steckmuffenverbindungen sind wie folgt herzustellen:
- Spitzende und Steckmuffe sind vor dem Eindichten
an den Dichtflächen von Schmutz zu säubern.
- Spitzende dünn und gleichmäßig mit
dem vom Kunststoffhersteller gelieferten Gleitmittel bestreichen; keine
Öle oder Fette verwenden.
- Spitzende bis zum Anschluß an die Steckmuffe
einschieben und am Muffenrand mit Blei-, Filzstift o. ä. markieren,
dann Spitzende um maximal 10 mm aus der Steckmuffe herausziehen.
- Abgelängte Rohre sind an den Schnittkanten
zu entgraten und unter einem Winkel von ca. 15 Grad anzuschrägen.
Die Steckmuffenverbindung wird wie zuvor beschrieben hergestellt.
Rohre sind so zu lagern, daß sie sich nicht
schädlich verformen; Muffen müssen allseitig freiliegen. Die
Stapelhöhe auf der Baustelle soll, auch wenn Zwischenhölzer eingelegt
werden, 2,00 m nicht übersteigen. Bei der Lagerung müssen die
Rohre vor Witterungseinflüssen und starkem Sonnenlicht geschützt
werden.
Außerhalb des Herstellwerks dürfen keine
Steckmuffen hergestellt werden. Zulässig ist jedoch, auf Rohren Aufsteckmuffen
anzubringen.
Nachträglich können Anschlüsse durch
Einbau eines Abzweiges unter Verwendung von Überschiebmuffen (Beispiel
a. und b) hergestellt werden.
- Einbau eines Abzweiges mit 2 Überschiebmuffen
und einem glatten Rohrstück:
Zum Einbau eines Abzweiges wird ein ausreichend langes Rohrstück (L
= Länge des Formstücks + 2 d) herausgetrennt und der Abzweig
eingesetzt. Auf das verbleibende muffenlose Rohrstück und das muffenlose
Paßstück (1 = L - Formstücklänge) wird je eine Überschiebmuffe
aufgeschoben. Das Paßstück wird in die Leitung eingesetzt. Anschließend
wird diese mit den Überschiebmuffen wieder verschlossen.
- Einbau eines Abzweiges mit einer Überschiebmuffe:
Aus der vorhandenen Leitung wird durch zwei Trennschnitte ein Rohrabschnitt
entsprechend der Baulänge des Abzweigs zuzüglich einer ungefähr
d/5 entsprechenden Länge herausgeschnitten. Auf das verbleibende muffenlose
Rohrstück wird dann eine Überschiebmuffe aufgeschoben. Das Ende
des anderen verbleibenden Rohrstücks wird vorsichtig ausgelenkt, und
der Abzweig wird darauf aufgeschoben. Das Leitungsende mit dem Abzweig
wird in die planmäßige Lage zurückgelenkt, und die Leitung
wird mit der Überschiebmuffe wieder verschlossen.
Für die Befestigung der Abwasserleitungen dürfen
nur Rohrschellen und Einlegebänder verwendet werden, die auf den Außendurchmesser
der Rohre und Formstücke abgestimmt sind und das Rohr vollständig
umfassen. Sofern kein Einlegeband benutzt wird, müssen die Innenkanten
der Schellen gerundet und die Innenflächen glatt sein. Einlegebänder
aus PVC-weich und Rohrhaken dürfen nicht verwendet werden.
Die Leitungen sind spannungsfrei zu verlegen. Die
Rohrschellen sind als Festschellen direkt unter der Muffe des zu befestigenden
Rohres anzuordnen. Formstücke oder Formstückgruppen sind stets
als Festpunkte auszubilden. Weitere Rohrschellen, die Rohre in erheblichem
Abstand von der Rohrmuffe halten, sind als Losschelle auszubilden.
Der Rohrschellenabstand darf bei liegenden Leitungen
nicht mehr als das zehnfache des Außendurchmessers der Leitung und
bei Falleitungen nicht mehr als 2 m betragen.
Leitungsabschnitte mit Formstücken oder kurzen
Rohren sind in so kleinen Abständen mit Rohrschellen zu befestigen,
daß die Rohre und Formstücke nicht verschoben werden können.
Deckendurchführungen sind feuchtigkeitsdicht
und schalldämmend herzustellen. Zweckmäßig werden die dafür
bestimmten Deckenfutter verwendet. Sofern auf Fußböden Gußasphalt
aufgebracht wird, sind dabei die freiliegenden Rohrleitungsteile durch
Deckenfutter, Schutzrohre oder durch Umwickeln mit wärmedämmenden
Stoffen zu schützen.
Die Abwasserrohre und Formstücke können
unter Beachtung der gebotenen Sorgfalt unmittelbar einbetoniert oder in
Mauerschlitzen eingemörtelt werden. Die thermisch bedingte Längenänderung
der Rohre und Formstücke ist sinngemäß zu berücksichtigen.
Die Leitungsteile sind außerdem so zu befestigen, daß eine
Längenänderung beim Betonieren verhindert ist. Um ein Eindringen
von Beton in den Muffenspalt zu verhindern, ist dieser mit einem Klebestreifen
abzudichten; offene Stellen sind zu verschließen.
Sofern die Leitungen nur eingeputzt werden, muß
ein Putzträger oder eine Verkleidung angeordnet oder die Leitung vorher
mit nachgiebigen Stoffen wie Wellpappe, Mineral- oder Glaswolle allseitig
umgeben werden.
Für den Anschluß von Leitungen aus anderen
Werkstoffen sowie für den Anschluß von Sanitärausstattungsgegenständen
o. a. sind die dafür bestimmten Formstücke und Dichtmittel mit
Prüfzeichen zu verwenden. Die baurechtlichen Vorschriften und bauaufsichtlichen
Richtlinien für die Verwendung brennbarer Baustoffe im Hochbau bleiben
unberührt.
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